Arsen und Spinathäubchen

GASTRONOMIE / Beim Krimidinner in Rellinghausen werden die Gäste erst zu Tisch und dann um Aufklärung gebeten.

MARTINA SCHÜRMANN

Einmal im Monat ist Lady Ashtonburry auch nicht zu beneiden. Dann putzen ihr 50 nicht nur vergnügungshungrige Gäste erst die Entenbrüstchen mit Spinathäubchen weg und halten sie dann noch für die Mörderin des mittels Arsen dahingerafften Gatten. Dabei tut die Gute nun wirklich alles, anlässlich der Testamentseröffnung positive Stimmung zu verbreiten. Fächert hier mal Luft zu und ätzt da über den fiesen Schwippschwager. Hilft alles nix. Am Ende schreiben ihr wieder zehn argwöhnische Privat-Detektive das eiskalte Killer-Händchen zu. Die andern tippen wahlweise auf den eilfertigen Butler, das Stieftöchterchen Cora (so ein verdächtig blondes Gift) odel den sehr stilecht durchkarierten Kommissar. Wer am Ende Recht und ein Fläschchen Absinth mehr in der Kellerbar hat, wird jetzt nicht verraten. Sonst hätte man ja keinen Spaß mehr am Krimidinner, das einmal monatlich das historische alte Stiftshaus "G'nau" in Rellinghausen zur Krimikulisse macht.

Decken ihre Gäste mit vier Gängen und einigen Ermittlungsfragen ein: Susanne Wende, Dorian Bako, Alexandra Posch, Lars Heisel und Thomas Hagemann bekleiden die Krimrollen beim Leichenschmaus im alten Stiftshaus "G'nau" (NRZ-Foto. Remo Bodo Tietz)

Mordsvergnügen beim Miträtseln

Morde zum Miträtseln sind in der gastronomischen Landschaft derzeit gerne gesehen. Ganze Wochenenden werden als vergnügtes Sondereinsatzkommando gebucht. Am Stiftsplatz reichen ein Abend und 49 Euro, um sich die geheimnisvolle Bluttat am Ende mit After-Eight-Parfait versüßen zu lassen. Und zwar in ausgesprochen stilechter Edgar Wallace-Atmosphäre. Die 1000-jährige Geschichte des "G'nau"-Gemäuers bietet schließlich unverputzte Wände wie einen knisternden Kamin. Für authentischen Blitz und Donner, ein paar spitze Schreie, temporeiche Verfolgungsjagden und die amüsante Spurensuche bei Tisch sorgt das fünfköpfige Theater-Team um Alexandra Posch alias Lady Ashtonburry, die die Fingerabdrücke gerne auch schonmal am Platz eines pensionierten Strafverteigigers nehmen läßt.
Und so kann das Publikum denn auch bis zum Ende mitwirken, wenn nach guter alter britischer Tischsitte die Täter-Wetten eingesammelt werden. Gewinnen kann nur einer, so ist das Leben. Die nächsten Tatzeiten finden Sie unter: Krimidinner.de/Tatzeit

NRZ

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