Da werden Weiber zu Hyänen

Da werden Weiber zu Hyänen: Die "vornehme" Verwandtschaft entpuppt sich beim Krimidinner sehr schnell als dekadent und gar nicht mehr vornehm, wenn's um das Geld des lieben Verblichenen geht.           RN-Foto: Kastner

Spaß beim Leichenschmaus
Premiere auf Schloss Wittringen mit einem Krimi-Dinner / Schon bald mehr
Die vornehmen Gäste im Gildensaal des Wasser-schlosses Wittringen waren am Freitagabend für mehrere Stunden von der Außenwelt abgeschnitten. Eine Springflut hatte die Schlossinsel vom Festland getrennt. Und während von draußen (Stroboskop-) Blitze die Fenster erhellten und drinnen der Donner gar grauslich hallte, ging es um die Verteilung einer Erbschaft von sage und schreibe 2 Mio. Pfund. Die der verblichene Lord George Peter Ashtonburry seiner - wie sich herausstellte - weniger feinen als dekadenten Verwandtschaft hinterlassen hatte. Dies war - kurz gesagt - die Kulisse für eine ungewöhnliche Premiere unter dem Stichwort "Krimidinner - ein Leichenschmaus", zu dem die Entertainment- und Showproduktionsfirma "Engelservice" aus Essen geladen hatte. Nach Essen und Köln soll künftig auch das Wasserschloss Wittringen Spielort für diese gruseligen Testamentseröffnungen werden, und bereits der erste Abend war mit rund 120 Gästen restlos ausverkauft.
Die Kulisse stimmte. Der Gildensaal war festlich geschmückt und mit hunderten Kerzen und Grablichtern beleuchtet. Jeder "liebe Verwandte" wurde von der trauernden Witwe und ihrer Stief-
tochter persönlich begrüßt und von Butler Bunter zu seinem Platz geleitet, wo er sich mit einem Absinth-Ritual für den Abend entspannen konnte. Agatha Christie ließ zugleich musikalisch grüßen.
Dann ging es gleich furios zur Sache. Der nur oberflächlich vorgetäuschte Familienfrieden wurde durch lautstarke Verdächtigungen ungehobelter Verwandter mehrfach in Gefahr gebracht, konnte aber immer wieder durch die souverän agierende Witwe und ein zwischendurch aufgetragenes köstliches Viergänge-Menü gerettet werden.
Dann gab es den ersten Toten. Jemand hatte ihm Arsen
in den Wein gemischt, und Butler Bunter kommentierte spitz: "Leichname von Menschen oder Tieren stören erheblich beim feinen Dinieren!"
Kurzum: Nach rund vier Stunden hatte der herbei gerufene Scotland-Yard-Inspektor den Mörder mit Hilfe der Gäste dingfest gemacht.
Langer Beifall für die Schauspieler, die ihre außergewöhnliche Idee bei weiteren Vorstellungen auf Wittringen vorstellen wollen.

Infos und Kartenreservierung unter Tel. (02 01) 5 45 78 19 www.krimidinner.de
jow
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