Wer war der Mörder?

Wer war der Mörder? Die Besucher des Schlosses durften sich am Freitagabend an der Suche nach dem Täter (oder der Täterin) beteiligen. Schließlich erlebten sie einen "echten" Mord mit.           Bild: Frank Preuß/Ruhrkontrast

Ein Leichnam stört beim Dinieren
Krimidinner auf Schloss Wittringen kam beim Publikum hervorragend an
Von Eva Arndt


Aufregung am vergangenen Freitag auf Schloss Wittringen: Über 120 Personen beteiligten sich an der Suche nach einem Mörder. Krimidinner - ein Leichenschmaus - wurde im Gildensaal aufgeführt.
Stilvoll begrüßen die Schauspieler jeden Besucher - nein jedes Familienmitglied - des verstorbenen Lord Ashtonburry persönlich. Einer Testamentseröffnung entsprechend
sind die Tische im Gildensaal stilvoll mit alten, silbernen Kerzenleuchtern geschmückt, an denen bereits Efeu hinabrankt. Dem Ambiente eines alten Schlosses entsprechend sind die Kerzenhalter natürlich in "Spinnweben" eingehüllt.
Einen Theaterabend der ganz besonderen Art erlebten die Besucher. Bei der Testamentseröffnung wird schnell klar, dass sich die "buckelige Verwandtschaft" so gar nicht grün ist. Da wird keine Chance ausgelassen, mit ungeliebten
Verwandten abzurechnen. Deutliche Worte werden gefunden: "Wir sind doch alle froh, dass der alte Geizkragen endlich abgekratzt ist." Es geht zu an dem Abend wie mitten im richtigen Leben: Vorwürfe, Neid, Missgunst. Keine Biestigkeit den lieben Verwandten gegenüber wird ausgelassen.
Und ganz plötzlich bricht während des Leichenschmauses (4-Gänge-Menü) der Halbbruder von Lord Ashtonburry tot zusammen. Der Butler kommentiert das mit den gelungenen Worten:
Ein Leichnam von Mensch oder Tieren
stört erheblich beim feinen Dinieren
auch wenn er nur liegt
und überhaupt noch nicht riecht
die Menschen wird's stets irritieren.
"In der Urne von Papa" werden schließlich Mörderwetten vom Publikum angenommen. Den hervorragenden Abend gibt's noch öfters
Tel: 0201/545 78 19, www.krimidinner.de.

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